Rund ums Kaninchen



Rassestandart


Als Zwergkaninchen bezeichnet man alle kleinen Kaninchenrassen unter 2 kg. Bis auf die Zwergwidder und Teddyzwerge weisen diese Kaninchen den sogenannten Zwergfaktor auf, der für die typischen zwergenwüchsigen Merkmale verantwortlich ist.

  

Über Zwergwidder


Zwergwidder bilden eine Sonderheit unter den Zwergkaninchen. Das auffälligste Merkmal sind ihre Ohren, auch Behang genannt, die schlaff am Kopf herunter hängen. Ihr Körper ist stämmig und breitschultrig gebaut und der Kopf hat eine widdertypische breite Stirn, kräftige Backen und eine kurze Schnauze.

Der Zwergwidder stammt ursprünglich aus den Niederlanden, doch im Laufe der Jahre haben auch andere Länder diese Rasse eingeführt und einen eigenen Standart festgelegt.

Man spricht von deutschen Zwergwiddern, hölländischen Zwergwiddern (NHD) und englischen Zwergwiddern (Minilop). Sie unterscheiden sich in Statur, Gewicht und Behang.

In Holland bezeichnet man Zwergwidder als Nederlandse Hangoor Dwergen (kurz NHD). Im Gegensatz zu den deutschen Zwergwiddern sind diese etwas kleiner und haben kürzere breitere Hängeohren. Dem Standart folgend wird auf einen gedrungenen Körperbau geachtet. Das NHD Kaninchen soll zudem einen kugelrunden Kopf und eine platte Schnauze aufweisen. Diese Merkmale, die dem Kindchen Schema entsprechen, sind der Grund weshalb auch ausgewachsene Kaninchen häufig wie "Babys" aussehen.


Das Körpergewicht der NHD liegt im Idealfall zwischen 1.300-1.500 g. Abweichungen aufgrund eines zierlichen oder kräftigeren Körperbaus sind jedoch möglich. Das ist Gewicht ist häufig eine Mogelpackung und gibt keine genaue Auskunft über die tatsächliche Größe des Kaninchens. NHDs, die mehr Gewicht auf die Waage bringen sind in sich stämmiger, während ein zartes Kaninchen, das genauso lang bzw. kurz ist, gute 200 g weniger wiegen kann.

Das deutsche Widderkaninchen sollte zwischen 1.400 - 1.900 g wiegen. Doch auch hier gibt es Unterschiede. Deutsche Zwergwidder, die auf Ausstellungen gezeigt werden, sind in der Regel kräftig gebaut und entsprechen dem vollkommenen Widdertypus.

Die meisten Zwergwidder aus Hobbyzuchten sind hingegen Mixe aus deutschen und holländischen Zwergwiddern. Sie haben einen längeren Körper, der Kopf ist schmal, die Schnauze spitz und die Ohren sind weniger flauschig als es das Ideal für sich beansprucht.

Streng genommen dürfen nur solche Zwergwidder als NHD bezeichnet werden, die aus den Niederlanden stammen und in beiden Ohren eine Tätowierung tragen. Diese Tiere und deren Nachkommen sind in Deutschland jedoch relativ selten.
Deutsche Zwergwidder, NHD und Minilops kommen in allen bekannten Farbschlägen vor. Ihr Fell ist kurz und geschmeidig und liegt dicht am Körper an.


Der Farbenzwerg


Zwergkaninchen mit Stehohren nennt man auch Farbenzwerge. Die korrekte Bezeichnung lautet Kurzhaarzwergkaninchen. Ursprünglich stammt der Frabenzwerg vom Hermelin, einem kleinen kompakt gebauten Kaninchen ab, bei dem der genetisch bedingte Zwergfaktor besonders deutlich hervortritt.

Farbenzwerge haben ähnlich wie das Hermelin einen kleinen gedrungenen Körper, meistens jedoch einen schmalen keilförmigen Kopf mit einer spitzen Schnauzenpartie, der ohne erkennbaren Hals, dicht am Körper sitzt. Die Läufe sind klein und feingliedig, die aufrechten Ohren sind kurz und stehen eng beieinander.

Das Normalgewicht der Farbenzwerge liegt zwischen 1.1-1.3 kg. Das Höchstgewicht beträgt max. 1.5 kg.

Farbenzwerge kommen in allen Farbschlägen vor. Ihr kurzes dicht gewachsenes Fell hat eine feine Struktur und liegt flach am Körper an.


Der Löwenzwerg



Der Löwenzwerg hat die gleichen körperlichen Merkmale wie der Farbenzwerg. Sein Fell ist kurz, doch sein Kopf ist mit einer Löwenmähne umrandet, die unterschiedlich stark ausgeprägt sein kann. Sie reicht von ein paar längeren Stirnhaaren bis zu einem buschigen Kranz. Auch an den Hinterläufen ist der dichte Fellwuchs erkennbar.
Löwenzwerge sind ursprünglich durch die Kreuzung von Fuchszwergen (langhaariges Kaninchen) und Farbenzwergen entstanden. Durch die Einkreuzung von Bartkaninchen, einer alten französischen, langhaarigen Kaninchenrasse, entstanden Teddykaninchen, die wie die Bartkaninchen mit einem Keil geboren werden, der bei neugeborenen Kaninchen etwa ab dem fünften Tag sichtbar wird.

Auch Widderkaninchen können eine Löwenmähne haben.

Löwenzwerge bilden noch keine anerkannte Rasse.



 Der Teddyzwerg

 

Teddykaninchen haben ein langes Fell, das ihnen ein kuscheliges Aussehen verleiht.
Besonders Jungtiere sehen mit ihrem "erst halblangen" Fell sehr liebenswert aus. Der Körperbau ist unter den dichten und langen Haaren kaum erkennbar, sollte aber ähnlich wie beim Farbenzwerg bzw. beim Widderkaninchen ausfallen. Lediglich die Ohren stehen etwas weiter auseinander, um Platz für den üppigen Fellwuchs zu lassen.
Der Kopf wirkt im Vergleich zum Körper kurz und dick und weist große Augen und kräftige Wangenknochen auf.
Teddyzwerge sind bislang keine anerkannte Rasse. Das Gewicht sollte bei Teddys mit Stehohren 100-1400 g betragen und bei Widderkaninchen zwischen 1200-200 g  liegen.
Zudem sind alle Farbschläge und Augenfarben möglich.
Das Fell sollte trotz seiner Länge pflegeleicht bleiben und nicht zur Verfilzung neigen.


 Der Rexzwerg


Rexzwerge haben ein kurzes gekräuseltes Fell sowie kurze und verbogene Wimpern, Schnurr und Spürhaare. Das Fell erinnert mit seiner leicht gelockten Optik an ein Lämmchen und fühlt sich samtweich an. Rexzwerge mit Stehohren erreichen ein Gewicht zwischen 1.2-1.4 kg.
Widderkaninchen können bis zu 2.2 kg schwer werden.

Der Körperbau ist leicht gestreckt und gleich breit. Der Kopf ist länglich, hat jedoch eine breite Stirn und Schnauze. Durch das kurze Fell wirken Rexkaninchen schlanker als Normalhaar-Kaninchen, auch der Hals, der bei anderen Zwergrassen unter dem Fell kaum erkennbar ist, tritt bei Rexzwergen deutlicher hervor.

Rexzwerge kommen in allen möglichen Farben und Farbschlägen vor. Sie sind im Gegensatz zu ihren größeren Verwandten jedoch keine anerkannte Rasse.

 


 Der Satinzwerg


Kaninchen mit einem sogenannten Satin-Fell entstehen durch eine resessive Mutation. Statt des Normalhaars haben diese Tiere eine dünnere seidenartige Fellstruktur, die den typischen Glanz hervorbringt.
Früher galten Satin wie auch Rexkaninchen, die ebenfalls durch Mutation entstanden sind, als anfälliger für Krankheiten.
Im Laufe der Jahre konnten jedoch robuste Tiere gezüchtete werden, die den Kaninchen mit einer normalen Fellstruktur um nichts nachstehen.